“Hitakajee” ist der japanische Begriff für “pure awesomeness” und ist schriftlich seit dem 7. Jahrhundert belegt, wo er vom Kaiser für die Auszeichnung außergewöhnlicher militärischer Leistungen verwendet wurde. Die Etymologie ist unklar. Vermutlich stammt der Begriff von „Hitoka Shinto-ze“ ab (übersetzt: Gott gewordener Mensch). Andere Deutungen führen den Begriff auf die Shinto-Gottheit „Yawata no Kami“, dem Gott des Krieges und Beschützer Japans, zurück.

In neuerer Zeit ist der Begriff vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geläufig und dient als Zuruf der Fans für ihr Idol (jap. アイドル, aidoru: i.d.R. ein Musiker oder Schauspieler). 2014 bis 2016 rollte eine regelrechte Hitakajee-itis über das Land, wo regelmäßig größere Gruppen von jungen japanischen Mädchen über Stunden und Tage in Hitakajee-Extase verfielen, in der sie das Wort zur Verzweiflung der Eltern und Lehrer in der Formulierung „Hitaka-Hitakajee“ bis zur Ohnmacht riefen. Im Höhepunkt der Hitakajee-Welle mussten landesweit 52 Schulen und Internate geschlossen werden. Ein eilig verabschiedetes Hitakajee-Verbot konnte das zur unkontrollierten Pandemie gewordene Phänomen wieder eindämmen und bis Dezember 2016 komplett ausmerzen. Das Gesetz ist bis Ende 2018 befristet. Über eine Verlängerung wurde bisher noch keine Einigung erzielt. Es wird befürchtet, dass bei einem Scheitern der parlamentarischen Verhandlungen Zustände wie Mitte 2016 wieder aufkommen.

Quelle: Atsuko Maeda (2016): Hitakajee: A Cultural Heritage becomes a Global Youth Phenomenon. In: Oxford University Press.

HITAKAJEE